Nicht umsonst ein Königskraut

10.08.2013,
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In mancher Hinsicht war Österreich vor noch nicht allzu langer Zeit ein Entwicklungsland. Nicht, dass in allen Belangen mittlerweile gelernt wurde, was zu lernen wäre – denn vor allem das Lehren selbst scheint in diesem schönen Land eines der am schwierigsten zu bewältigenden Problem zu sein. Doch die Vorwahlzeit lehrt uns, vieles im rosigen Schillerlicht optimistischer Weltvergessenheit zu betrachten. So darf beispielsweise die nur geringe Verschlechterung der Leseleistung der Volksschüler in den vergangenen Jahren begrüßt werden: Dank fürsorglicher Bemühung der Volksschullehrerschaft gelingt es immerhin, drei von vier Kindern das sinnerfassende Lesen beizubringen. Es könnten ja auch noch ein paar Prozent weniger sein!

 

Gesellschaftspolitisch nicht relevant, doch kulinarisch umso erfreulicher ist die privatgärtnerische Aufholjagd in Sachen Kräuterkunde. Wir wechseln jetzt nämlich sicherheitshalber das Thema, um des besagten Optimismus nicht verlustig zu gehen. Also, Kräuter: Insbesondere das noch vor wenigen Jahrzehnten hierzulande kaum je gezogene Basilikum ist in der Gunst der Balkon- und Küchengärtner gestiegen. Auch hat sich herumgesprochen, dass Basilikum nicht gleich Basilikum ist, sondern in zahllosen Sorten zur Verfügung steht, die jeweils große Geschmacks- und Aromaunterschiede aufweisen.

 

Das Basilikum ist ohne Zweifel eines der allerbesten Kräuter überhaupt: Hocharomatisch, vielfach verwendbar, in Topf und Garten ein Wucherant besonderer Güte. Es trägt Blüten, die von den Bienen besonders geschätzt werden. Es ist schön. Es ist einfach zu ziehen. Deshalb trägt es auch den Namen Königskraut. Der Titel Basilikum leitet sich vom altgriechischen Basileus ab. Waren die großblättrigen italienischen Sorten in der jüngeren Vergangenheit eine Art Einstiegsdroge, so hat nun eine deutliche Diversifizierung im Kräuterbeet stattgefunden, denn es gibt zahllose Alternativen: Sorten mit lila Blättern und Anis-Geschmack, das feine Zitronenbasilikum, das besonders gute Thai-Basilikum, das französische, das russische, das griechische Basilikum und noch zig andere. Jedes von ihnen ein Geschmackserlebnis mit persönlicher Note.